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Welche Gefahren gehen von einer Atherosklerose aus?

Embolie

Atherosklerotische Plaques sind in mehrfacher Hinsicht gefährlich. Da sie nur relativ locker mit der Gefäßwand verbunden sind, können sich jederzeit Plaque-Teile lösen, die dann vom Blutstrom mitgerissen werden. Wie ein treibender Baumstamm in einem Fluss bleiben die Bruchstücke oft an Stellen hängen, wo sich das Gefäßsystem verengt. Das Gefäß verstopft. Ärzte nennen ein solches Ereignis Embolie. Führt dieses zu einer dauerhaften Blockade eines Herzkranzgefäßes oder einer Gehirn-Arterie, spricht man von Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall.

Thrombose

Die andere Hauptgefahr ist die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) im atherosklerotischen Gefäßbereich. Strömungswirbel, die durch das Blutfluss-Hindernis Plaque entstehen, und die veränderte Gefäßwandoberfläche wirken auf die Blutplättchen (Thrombozyten) als starke Reize. Die Zellen, die bei der Blutstillung eine Schlüsselrolle spielen, lagern sich an die Gefäßwand an und setzen hier den Gerinnungsprozess in Gang. Innerhalb des Gefäßes bildet sich so ein massiver Thrombus, der den Blutfluss stark behindern, im schlimmsten Fall ganz unterbrechen kann. Passiert dies im Herzen oder im Gehirn, ist – wie bei der Embolie – oft ein Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge.

Abbildung: Gehirn und Herz mit Gefäßverschluss

Aneurysma

Eine dritte gefährliche Atherosklerosefolge ist der Stabilitätsverlust der Gefäßwand, der nicht selten Gefäß-Aussackungen (Aneurysmen) nach sich zieht. Kommt ein hoher Blutdruck als zusätzliches Risiko hinzu, steigt die Gefahr, dass die betroffene Gefäßstelle reißt und Blutungen auslöst.

Die wichtigsten Krankheitsbilder, mit denen sich eine Atherosklerose bemerkbar macht:

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Durchblutungsstörungen des Gehirns

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit betrifft meist die Beine. Atherosklerotische Plaques und Engstellen (Stenosen) in den Arterien des Beckens und der Beine führen bei dem Betroffenen zu einem Verhalten, das landläufig "Schaufensterkrankheit" heißt. Sein Gang ähnelt dem eines Schaufensterbummlers, der alle paar Meter vor einem anderen Fenster stehen bleibt. Schmerzen in der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur – eine Folge der schlechten Durchblutung –, zwingen den Patienten schon nach kurzer Wegstrecke zum Halten. Unbehandelt gehen die Beschwerden mit der Zeit häufig in Dauerschmerzen über. Verschlechtert sich die Atherosklerose und Blutversorgung weiter, ist auch ein Absterben der Zehen möglich.

Andere Organschäden

Über Herz, Gehirn und Beine hinaus kann eine Atherosklerose praktisch jedes Organsystem betreffen. So können zum Beispiel auch Störungen des Magen-Darm-Trakts oder Nierenschwäche und -versagen ein Zeichen verengter Gefäße sein. Auch bei Potenzproblemen (Erektiler Dysfunktion) stellt die "Gefäßverkalkung" eine keinesfalls seltene Ursache dar.