Inhalt
Diabetes mellitus: Die Folgen
Patienten mit Diabetes mellitus sind zweifach bedroht, zum einen durch die akute Gefahren des Diabetischen Komas oder des Diabetischen Schocks, zum andern durch mögliche Spätfolgen.
Welche akuten Gefahren können Diabetikern drohen?
Diabetisches Koma
Die bedrohlichste Situation, die sich aus einer Diabetes-Erkrankung entwickeln kann, ist das diabetische Koma. In diesem Fall beeinträchtigt der gestörte Zucker- und Energiestoffwechsel zahlreiche Organfunktionen des Patienten so stark, dass schließlich sogar das Bewusstsein verloren gehen kann. Die häufig tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) bedeutet Lebensgefahr! Wichtig ist, dass der Betroffene so schnell wie möglich – Notruf! – in ärztliche Behandlung oder in eine Klinik gelangt.
Fast immer geht dem diabetischen Koma ein mehr oder weniger langes Vorstadium voraus, in dem sich die Diabetes-Symptome wie Durstgefühl, erhöhte Harnausscheidung oder Schlappheit, deutlich verstärken. Weitere Alarmsignale können Gewichtsabnahme und Wadenkrämpfe sein. Übelkeit, Erbrechen, Aceton-Geruch der Ausatemluft (erinnert an überreife Äpfel oder Lackfarben), Bauchschmerzen, vertieftes Luftholen und eine zunehmende Bewusstseinstrübung sind deutliche Zeichen dafür, dass sich der Zustand des Patienten verschlechtert und ohne Gegenmaßnahmen ins diabetische Koma übergeht. Um lebensgefährliche Situationen zu vermeiden, sollten Diabetiker und ihre Angehörigen über die Symptome des diabetischen Komas immer gut informiert sein.
- Für Diabetiker mit gut eingestellten Blutzuckerwerten ist die Koma-Gefahr relativ gering. Am häufigsten geraten solche Patienten in Gefahr, deren Diabetes-Erkrankung nicht bekannt ist oder nur unzureichend behandelt wird. Obwohl das Risiko für Typ-1-Patienten am höchsten ist, können prinzipiell alle Diabetiker ein Koma erleiden.
Diabetischer Schock
Eine zweite mit Bewusstseins-Trübungen verbundene Gefahr für Diabetes-Patienten ist der diabetische Schock. Dieser tritt ein, wenn der Blutzuckerspiegel unter einen Grenzwert sinkt, der für eine ausreichende Energieversorgung des Gehirns nötig ist. Zu den häufigsten Auslösern zählen:
- Überdosierung von Insulin und anderen Diabetes-Medikamenten
- schlechte Abstimmung zwischen Diabetes-Medikamenten, Zuckeraufnahme und -verbrauch
- körperliche Überanstrengung
Der auch als Unterzuckerung oder Hypoglykämie bezeichnete diabetische Schock macht sich vor allem bemerkbar durch: Schweißausbrüche, Zittern, Stand- und Gang-Unsicherheit, Heißhunger, Kopfschmerzen und/oder Herzrasen. Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskollegen fallen häufig auch Wesensveränderungen des Betroffenen auf, die häufig mit unruhigem, aggressivem oder albernem Verhalten verbunden sind.
In der Regel lässt sich die Situation durch Aufnahme von Zuckern und Kohlenhydraten (z. B. Traubenzucker), die leicht in die Blutbahn übergehen, relativ schnell entspannen oder ganz beheben. Gut geschulte Patienten helfen sich beim Auftreten der ersten Symptome daher meist selbst.
Übersicht zu den Unterschieden zwischen Diabetischem Koma und Diabetischem Schock
| Diabetisches Koma | Diabetischer Schock | |
|---|---|---|
| Ursache |
Überzuckerung z. B. durch
|
Unterzuckerung z. B. durch
|
| typische Blutzuckerwerte | > 160 mg/dl | <60 mg/dl |
| Symptome |
|
|
| Erste Hilfe |
|
|