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Was versteht man unter Blutdruck?

Wenn sich Ihr Herz zusammenzieht, wird Blut in die Arterien gepumpt. Es drückt dabei stark gegen die Innenwand der Arterien, wodurch diese sich ausdehnen. Den dabei entstehenden Druck nennt man den systolischen Blutdruck. Nach dem Zusammenziehen entspannt sich das Herz wieder. Der Blutdruck nimmt dabei langsam ab, bis die Blutgefäße wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht haben. Den Druck, der in diesem Moment herrscht, nennt man den diastolischen Blutdruck.

Der Blutdruck ist keine konstante Größe. Er ändert sich im Verlauf des Tages oder auch von einem Tag zum nächsten. Das hängt davon ab, was Sie gerade tun oder wie Sie sich fühlen. Zum Beispiel kann Ihr Blutdruck ansteigen, wenn Sie sehr nervös und aufgeregt sind, oder er kann fallen, wenn Sie sehr ruhig und entspannt sind.

Wann spricht man von normalem Blutdruck?

Die meisten Ärzte stimmen darin überein, dass der durchschnittliche normale Blutdruck für Erwachsene bei 120/80 mm Hg liegt. Von erhöhtem Blutdruck spricht man, wenn bei wiederholten Messungen immer ein Blutdruck von 140/90 mm Hg oder mehr bei jüngeren Patienten bzw. von 160/90 mm Hg oder mehr bei über 65-jährigen gemessen wird.

Wann spricht man von zu hohem Blutdruck?

Wie schon erwähnt, ist es völlig normal, wenn der Blutdruck in bestimmten Situationen steigt oder fällt. Von Bluthochdruck spricht man erst, wenn der Blutdruck nahezu konstant über den systolischen und diastolischen Normalwerten liegt. In der Regel wird man bei einem nur einmal gemessenen zu hohen Wert noch nicht von Bluthochdruck sprechen.

Wenn Ihr Arzt also bei Ihnen den Blutdruck gemessen und dabei festgestellt hat, dass er höher als normal ist, wird er Sie wahrscheinlich bitten, in den nächsten Wochen mehrmals in seine Sprechstunde zu kommen, um zu prüfen, ob Ihr Blutdruck dauerhaft zu hoch ist.

Was ist Hypertonie?

Bluthochdruck wird von Ärzten häufig auch Hypertonie genannt. Der Wortteil "hyper" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "zu viel", der Wortteil "tonie" ist vom lateinischen Wort "tonus" abgeleitet. Das heißt so viel wie "Spannung" und meint damit den Druck auf die Gefäßwände. Manche Leute meinen, dass nur angespannte und nervöse Menschen an Hypertonie erkranken können. Tatsächlich können jedoch auch ruhige und entspannte Menschen zu hohen Blutdruck haben.

Woran merkt man, dass man zu hohen Blutdruck hat?

Bluthochdruck macht sich normalerweise nicht bemerkbar, denn man kann den Blutdruck nicht fühlen, selbst dann nicht, wenn er sehr hoch ist. Nur bei wenigen Patienten treten möglicherweise Symptome wie zum Beispiel Schwindel, Nasenbluten oder Kopfschmerzen auf. Ursache für diese Symptome können natürlich auch andere Krankheiten sein. In den meisten Fällen ahnen die Patienten nichts von ihrem Bluthochdruck, bis er bei einer Routineuntersuchung festgestellt wird.

Kommt es im Verlauf von 24 Stunden zu starken Blutdruckschwankungen?

Im Verlauf von 24 Stunden ändern sich sowohl der Blutdruck als auch andere Funktionen von Herz und Kreislauf in einem bestimmten Rhythmus. Normalerweise nimmt der Blutdruck während der Nacht ab und steigt in den frühen Morgenstunden wieder an. Dies gilt auch für die meisten Patienten mit Bluthochdruck, aber auf einem höheren Niveau. Viele Experten nehmen an, dass der Blutdruckanstieg in den frühen Morgenstunden mit dazu beiträgt, dass Herzinfarkte und andere ernste Herzprobleme während dieser Zeit häufiger auftreten.

Es ist also besonders wichtig, Ihren Bluthochdruck so gut wie möglich über die vollen 24 Stunden eines Tages zu senken.