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Definition

Jede Minute pumpt das Herz eines Erwachsenen ca. fünf bis sieben Liter Blut durch die Gefäße – bei körperlicher Anstrengung und psychischem Stress oft erheblich mehr. Bis zu 20 Liter kann das so genannte Herzzeitvolumen unter extremer Belastung erreichen. Bleibt die Pumpleistung unter Ruhebedingungen hinter der vom Körper benötigten Blutmenge zurück, ist häufig eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) der Grund.

Bei Herzinsuffizienz-Patienten bekommen die Körpergewebe und Organe somit phasenweise oder ständig nicht genügend Blut und damit auch zu wenig Nährstoffe und Sauerstoff. Ob sich das schwache Herz bei normaler Alltagsaktivität oder vielleicht sogar schon in Ruhezeiten durch Luftnot und andere Symptome bemerkbar macht, hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Unabhängig von der Stärke der Beschwerden muss die Diagnose "Herzinsuffizienz" stets ernst genommen werden. Die Therapie sollte möglichst rasch beginnen, da sich eine unbehandelte Herzinsuffizienz meist mit der Zeit verschlechtert.

Schweregrade der Herzinsuffizienz

Um den Schweregrad einer Herzinsuffizienz zu beschreiben, verwenden Ärzte in aller Welt meist das vierstufige Schema der New York Heart Association-, kurz NYHA-Schema. Die New York Heart Association (NYHA) zählt zu den führenden wissenschaftlichen Vereinigungen von Herzexperten (Kardiologen). Die Einteilung beruht hauptsächlich auf den Luftnot-Symptomen der Patienten.

NYHA-Stadium Beschwerden
I keine Luftnot, normale Leistungsfähigkeit, kardiologische Untersuchungen zeigen jedoch Herzschwäche an
II Luftnot bei Anstrengungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit
III starke Luftnot bei normaler Belastung, erheblich eingeschränkte Leistungsfähigkeit
IV Luftnot schon bei Ruhe, jede körperliche Belastung bereitet Beschwerden

Einen Anhaltspunkt für den Schweregrad der Insuffizienz liefert die Frage, wie viele Treppenstufen oder Etagen ein Patient ohne Luftnot steigen kann.

Generelle Zeichen einer Herzinsuffizienz

Fast alle Herzinsuffizienz-Patienten spüren ihre Krankheit zunächst durch Luftnot (medizinisch: Dyspnoe) und/oder nachlassende Belastbarkeit. Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, desto früher setzen die Beschwerden bei körperlicher Anstrengung und Bewegung ein. Oft kommen zu den Leitsymptomen (v. a. Luftnot) noch weitere Signale wie Herzrhythmusstörungen, nächtliches Wasserlassen, Wassereinlagerungen in den Beinen oder Atemgeräusche hinzu. Schweregrade und Kombinationen der verschiedenen Symptome können dem Arzt oft einen Hinweis geben, welche Bereiche des Herzens von der Schwäche betroffen sind.

Symptome der Linksherz-Insuffizienz

Die linke Hälfte des Herzens pumpt das in der Lunge mit Sauerstoff beladene Blut in den großen Körperkreislauf. Linksherz-Insuffizienzen wirken sich deshalb in besonderem Maß durch Luftnot und Atemschwierigkeiten aus. Durch Rückstau des Blutes in der Lunge entwickeln sich leicht Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem). Dabei tritt Blutflüssigkeit in die Lungenbläschen aus, sodass der Luftaustausch und somit die Sauerstoffaufnahme behindert ist. Die Betroffenen spüren häufig einen Hustenreiz. Sie sind unruhig, holen in schnellerem Rhythmus Luft, können schlecht flach liegen und setzen sich zur Atemerleichterung oft automatisch aufrecht hin.

Symptome der Rechtsherz-Insuffizienz

Eine Rechtsherz-Insuffizienz blockiert zunächst den Rückfluss des sauerstoffarmen Blutes zum Herzen. Dadurch staut sich das Blut in den Körpergeweben und Organen. Das wiederum kann zu Ödemen (Wassereinlagerungen) in Beinen und Bindegewebe, zu einem Hervortreten der oberflächlichen Venen (häufig am Hals) und zu Vergrößerungen und Entzündungen von inneren Organen, wie z. B. Leber und Magen, führen. In schwereren Fällen füllt sich auch die Bauchhöhle mit Flüssigkeit. Meistens finden sich Mischformen. Dann spricht der Arzt von Globalinsuffizienz.

Abbildung: Schematische Darstellung des Blutkreislaufs.