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Wie wirkt sich Lungenhochdruck aus?
Anfangs führt ein Lungenhochdruck nicht oder kaum zu Beschwerden. Der Lungenhochdruck entwickelt sich über Jahre hinweg und die Symptome nehmen allmählich zu, bis sich die Situation des Patienten schließlich zuspitzt und die Folgen des Lungenhochdrucks nicht mehr zu übersehen sind.
Rechtsherzschädigung
Beim Lungenhochdruck sind die Blutgefäße in der Lunge krankhaft verändert, der Blutdruck in der Lunge ist erhöht – und damit auch der Widerstand, gegen den das rechte Herz das Blut pumpen muss. Das rechte Herz muss also verstärkt Pumparbeit leisten, um die Hindernisse zu überwinden. Zunächst verdickt sich der rechte Herzmuskel (Rechtsherzhypertrophie), damit er die Mehrarbeit bewältigen kann. Die rechte Herzkammer kann sich infolge der übermäßigen Belastung dann aber auch krankhaft erweitern. Ist der rechte Herzmuskel auf Dauer der Belastung nicht mehr gewachsen, lässt seine Leistungskraft deutlich nach (Herzschwäche oder Herzinsuffizienz). Die Herzschwäche wiederum kann bis zum Herzversagen führen, wenn die Ausgleichsmechanismen ausgeschöpft und überfordert sind.
Atemnot, Leistungsknick, Ohnmachtsanfälle
Die krankhaften Veränderungen an den Blutgefäßen der Lunge, der Lungenhochdruck und die Schädigung des rechten Herzens führen dazu, dass nicht mehr genügend Sauerstoff über die Blutkapillaren der Lunge ins Blut gelangt. Der Körper wird also schlechter mit Sauerstoff versorgt und es kommt zu Atemnot bei körperlicher Belastung.
Atemnot kann auch bei Gesunden auftreten, wenn sie sich körperlichen Anstrengungen aussetzen. Beim Lungenhochdruck ist die Atemnot deutlicher ausgeprägt: In der Lunge gelangt zu wenig Sauerstoff ins Blut. Folglich ist auch die Versorgung mit Sauerstoff im nachgeschalteten "großen Körperkreislauf" unzureichend. Patienten mit Lungenhochdruck sind deshalb körperlich weniger belastbar, ihre Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Treten Belastungssituationen auf, versuchen sie, über eine stark beschleunigte Atmung den Sauerstoffmangel wettzumachen, was zu Atemnot führt.
Atemnot ist meist das erste Anzeichen des Lungenhochdrucks. Selbst kleinere Anstrengungen können die Atmung schon extrem beschleunigen und Atemnot hervorrufen. Bei fortgeschrittenem Lungenhochdruck besteht Atemnot bereits in Ruhesituationen.
Neben Atemnot und eingeschränkter Leistungsfähigkeit kann es auch zu Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen – vor allem nach sportlicher Anstrengung oder nach Belastungssituationen – weil das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt ist.
Ödeme
Wenn die Pumpleistung des rechten Herzens eingeschränkt ist, staut sich das Blut zurück in die Körpervenen; der Blutdruck in den Venen ist erhöht. Das hat Auswirkungen bis in den Bereich der Blutkapillaren des großen Kreislaufs. Normalerweise tritt dort sauerstoff- und nährstoffreiche Flüssigkeit ins Körpergewebe aus, um die Körperzellen zu versorgen. Die Flüssigkeit gelangt dann aus dem Gewebe zurück in die Kapillaren und von dort in die Venen.
Staut sich aber, wie beim Rechtsherzversagen, das Blut in die Venen zurück, gelangt weniger Flüssigkeit aus dem Gewebe zurück in die Kapillaren. Im Gewebe sammelt sich also Flüssigkeit an, es kommt zu Schwellungen (Ödemen), vor allem in den Beinen.